IchundIch

copyright Andreas Schäfer

Copyright Foto und Texte: Andreas Schäfer

Samstag, 29. März 2014, 19.30 Uhr

Gymnasium Vogelsang, Vogelsang 33, Solingen

Montag, 31. März 2014, 19.30 Uhr

Gesamtschule Else Lasker-Schüler, Oberstraße 30, Wuppertal

 

ICHUNDICH

ICH UND ICH ist das literarische Vermächtnis der Dichterin Else-Lasker-Schüler und die große Abrechnung mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. In ihrem Exilstück, dessen Ästhetik mittlerweile als bahnbrechend gilt, wird in der „Althölle“ Gericht gehalten. Die Besetzung der Anklagebank ist ebenso berüchtigt wie namhaft. Vor dem Gericht der Menschheit, u.a. repräsentiert durch den Regisseur Max Reinhardt, den alttestamentarischen Königen, sowie der Dichterin selbst, steht die Spitze der nationalsozialistischen Regierung und der Teufel höchstpersönlich. Nazitruppen marschieren auf, die in der Folge auch noch die Hölle erobern wollen. In einer poetisch-infernalischen Revue greift Else Lasker-Schüler den Faust-Stoff und das Motiv der Ich-Spaltung auf und nimmt die Zuschauer mit auf einen schwindelerregenden Höllen-Trip.

Die Inszenierung verknüpft den Theatertext von Else Lasker-Schüler mit dem NSU-Prozess. Die Abrechnung mit Hitler und seinen Schergen trifft auf Beate Zschäpe, getanzt von Chrystel Guillebeaud. Die „gute Nachbarin“ entlarvt sich in der Neuhölle, die Historie verschmilzt mit der Gegenwart, Zitate der Angeklagten werden den Worten der Dichterin gegenübergestellt und mit dem Handlungsverlauf des Theaterstückes kurzgeschlossen.   An der Reibung dieser beiden Welten entzündet sich die beunruhigende Erkenntnis, dass der alten Hölle wieder neue Teufel entsteigen.

 

ASTRONAUTENKOST Künstlerkollektiv

Das Künstlerkollektiv ASTRONAUTENKOST ist aus diversen freien Projekten entstanden und arbeitet an der Schnittstelle zwischen Poesie, bildender Kunst, Musik und Theater. Das Leitungsteam sind die Schauspielerin Claudia Gahrke und der Regisseur und Autor Andreas Schäfer. Die Projekte der Künstler finden zwischen EXPO, Zeche Zollverein, Tel Aviv und Cambridge statt. Mal ist der Ort ein Theater in Chelsea für Heiner Müller, ein Flughafen Terminal oder die Casa Batlló in Barcelona für die Gedichte von Federico García Lorca auf Tango. Für Fellini nutzte man einen Szeneclub und ein ausgedientes Filmstudio. Eine der letzten Produktionen der Künstler war das Livehörspiel „LEBEN? ODER THEATER“ über die in Auschwitz ermordete Malerin Charlotte Salomon. Mit „LEBEN? ODER THEATER“ gastierten sie in Tel Aviv, Wien und Berlin.

Weitere Projekte: Vertonungen von Else Lasker-Schüler-Gedichten im Jüdischen Museum in Berlin und in Breslau. Eine Kunstroadshow für Essilor (Kestner Gesellschaft, K 21, Württembergischer Kunstverein). „Hamletmaschine/Sound-Performance“, Haus am Waldsee, Berlin. Live-Hörspiel „Ich bin eine Mikrobe“ für die Fraunhofer-Gala „Fest der Forschung“ mit Herbert Fritsch in Dresden. Tanztheaterperformance in der Alten Oper Frankfurt für dit. Performances beim Onlinestar in München und beim Kongress CONTRACT FUTURE des Initiativkreises Ruhrgebiet in Essen.

CAST

Die Stimmen:                         Claudia Gahrke
Doris Otto
Frauke Poolman

Durchsage:                            Denis Scheck

Tanz (im Video):                    Chrystel Guillebeaud

Musik:                                    Jojo Wolter

Visuelle Gestaltung:               Britta Pätzold
Zeichnungen:                         Kita Kleine Weltentdecker e.V.

Kostüme:                                Christine Mayer/peace collection

Technik:                                 Ludwig Hetfeld

Dramaturgie:                          Claudia Gahrke
Regie:                                     Andreas Schäfer

Schirmherr:                            Günter Lamprecht

Kooperationspartner: Gymnasium Vogelsang, Solingen, Gesamtschule Else Lasker-Schüler, Wuppertal

Für seine Mitwirkung danken wir ganz besonders: Denis Scheck. Und den Unterstützern: Hans-Werner Gabriel, Udo van Meeteren und der Stadt-Sparkasse Solingen.

Biografieteil

 

Claudia Gahrke, Schauspielausbildung in der Masterclass bei Actors Studio-Begründer Robert Lewis, Sprechausbildung bei Günter Wirth. Stipendiatin Internationales Forum  junger Bühnenangehöriger beim Berliner Theatertreffen. Sie spielte u.a. Merteuil in Heiner Müllers „Quartett“ in London und Camille Claudel in Nes Ziona/Israel, das Kind in Samuel Becketts „Eines schönen Tages“ in Berlin, unter der Regie von Thomas Ostermeier und Nancy in Ben Beckers „Sid & Nancy“ in Düsseldorf. Performances in Brüssel, Cambridge, Berlin und auf der EXPO2000. U.a. Ophelia in der „Hamletmaschine/Sound-Performance“, Haus am Waldsee, Berlin. „Kitty Hawk“ in dem Live-Hörspiel „Ich bin eine Mikrobe“ für die Fraunhofer-Gala „Fest der Forschung“ in Dresden. Rezitation, Lesungen u.a. „Von den Ewigkeiten zwischen den Vielen und den Wenigen“ – Alfred Döblin und Else-Lasker-Schüler, Lesung mit Günter Lamprecht. Auftritte mit Else-Lasker-Schüler-Vertonungen im Jüdischen Museum in Berlin und in Breslau. Gastspiele mit der szenischen Lesung „LEBEN? ODER THEATER?“ von Charlotte Salomon in Wien, Berlin und im Tmu-Na-Theater in Tel Aviv. Viele Hörspielrollen für den WDR. In 2011 erschien ihre CD „Die kreisende Weltfabrik“ mit Gedichten, Prosa und Briefen von Else Lasker-Schüler.

Chrystel Guillebeaud wurde in Paris geboren. Sie studierte mit Daniel Franck und Gilbert Meyer der Pariser Oper Ballett. Sie ist ausgebildet in Modern Jazz und Modern Dance und Tai Chi. Chrystel Guillebeaud ist vertraut mit den Improvisationstechniken von Mark Tompkins, David Sembrano und Julyen Hamilton. Sie hat Gesangs- und Violinunterricht genommen und studierte Bildende Kunst am Musée des Arts Déco de Paris. Von 1988-1994 arbeitete sie mit Philippe Découfflé, Maryse Delente und Maurice Béjart. Von 1995-2000 war sie festes Ensemblemitglied des Tanztheaters Wuppertal von Pina Bausch. Seit 2000 arbeitet sie mit Chun-Hsien Wu in verschiedenen künstlerischen Projekten zusammen und gründet die Compagnie Double C. Sie tanzte 2013 in dem Projekt „German Song“, das von der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft mit produziert wurde.

Ludwig Hetfeld studierte Erziehungswissenschaften und Psychologie. Er wurde durch erste berufliche Tätigkeiten bei der Filmproduktion Cobrafilm Solingen mit dem „Medienvirus“ infiziert. Nach dem Studium machte er sich mit einer Veranstaltungsfirma selbstständig. Seit vielen Jahren betreut er das Künstlerkollektiv bei allen medientechnischen Aufgaben, insbesondere in tontechnischen Belangen.

Christine Mayer studierte nach einer Ausbildung zur Kürschnerin, Modedesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen, Theaterarbeiten und Meditationen dienen Christine Mayer als Inspiration für ihre Kollektionen aus recycelten Materialien. Sie wurde mehrfach mit dem Berliner Fashion Award ausgezeichnet und gründete ihr eigenes Label: die MAYER. Peace Collection. Die Designerin ist auch erfolgreich als Kostümbildnerin für Oper und Theater tätig. Sie arbeitete u.a. für: Die Komische Oper Berlin, das Schauspielhaus Frankfurt, das Deutsche Theater Berlin, das Staatstheater Stuttgart sowie für das Ballet der Staatsoper Hannover.

Doris Otto studierte von 1972 bis 1975 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, Berlin.  Bis 1992 war sie Mitglied des Ensembles der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.  Dort spielte sie u.a. die Lena in „Leonce und Lena“  in der Regie von Jürgen Gosch. 1996 kam die erste Zusammenarbeit mit Claudia Gahrke und Andreas Schäfer zustande. Doris Otto spielte eine Hauptrolle in der Deutschen Erstaufführung von „Criminal Hearts“. Doris Otto wirkte auch auf der EXPO2000 und bei der Fraunhofer-Gala „Fest der Forschung“ in Dresden mit. Seit 1980 arbeitet sie ebenfalls für das Fernsehen.

Britta Pätzold ist Diplom-Kommunikationsdesignerin. Während ihres Studiums war sie maßgeblich an diversen Ausstellungen beteiligt, z. B.: 1995 an der Konzeption und Realisation eines Teils der „Else Lasker-Schüler-Ausstellung“ in der Kunsthalle Barmen, Wuppertal; 1995 und 1996 Foto-Ausstellungen in der Bergischen Universität Wuppertal; 1996 eine Ausstellung zum Thema Tee im Märkischen Museum, Witten; 1994 bis 1996 Ausstellungen zum Thema Schlachthoffotografie; währenddessen Entstehung von Skulpturen mit tierischen Körperteilen. Zwischen 1994 und 1998 entwarf sie Bühnenbilder zu diversen Bühnenstücken. Nach ihrem Diplom 1999 diverse künstlerische Arbeiten bei großen Events. Seit 2002 arbeitet sie freiberuflich als Diplom-Designerin.

Frauke Poolman stammt aus einer alten holländischen Theaterfamilie und arbeitet nunmehr in der fünften Generation als Schauspielerin. Mit sechs Jahren stand sie zum ersten mal für einen französischen Kinofilm vor dem Mikrofon und synchronisierte die ersten „Takes“. Kurze Zeit später kam sie zum Kindersprecherensemble des Rundfunks der DDR. Ihr Filmdebüt gab Frauke Poolman 1978 in der Verfilmung von Maxie Wanders „Guten Morgen Du Schöne“. Nach dem Abschluss ihres Studiums an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig wurde sie Ensemblemitglied an verschiedenen Theatern, so u.a. in Magdeburg , Rostock, Leipzig, Düsseldorf und Stuttgart. Als Sprecherin zahlloser Features, Hörspiele und Roman-Lesungen fürs Radio u.a. für die ARD, den WDR, MDR,SWR,HR, BR, DLF, Deutschlandradio Kultur und ARTE – kennt man ihre Stimme auch als Erzählerin oder Kommentatorin vieler Fernseh- und Spielfilmdokumentationen. Seit 2006 unterrichtet sie an der Otto-Falckenberg-Schule in München Mikrofonsprechen.

Andreas Schäfer ist Regisseur und Autor. Masterclass Regie bei Robert Lewis (Actors Studio). Produktionen in Israel, London, Barcelona, Berlin, Brüssel und auf der EXPO2000. Schäfer schreibt eine Essayreihe zu Kommunikation und Kunst im 21. Jahrhundert und Fachbuchbeiträge. Interviews mit Hellmuth Karasek, Prof. Michael Schirner, Bert Neumann, Denis Scheck, Tom Stromberg, Heike-Melba Fendel, Jan Hoet u.a.m. Seit 2009 ist er Chefredakteur des Magazins showcases. 2012 erschien ein Interviewband mit dem Titel. „Durch den menschlichen Kosmos“. 2011 führte er Regie bei der CD-Produktion „Die kreisende Weltfabrik“ von Else Lasker-Schüler. 2014 kuratiert er die Ausstellung SOCKS FOR LIFE u.a. mit Werken von René Böll, Elfriede Jelinek, Robert Wilson, Ruprecht von Kaufmann und Andrea K. Schlehwein im Europaparlament in Brüssel.

Jojo Wolter ist Komponist und Musiker.

14 LP/CD-Veröffentlichungen mit S.Y.P.H. seit 1979

1980: Zusammenarbeit mit Holger Czukay(CAN) für seine LP „On the way to the peak of normal“

1982: Zusammenarbeit mit Michael Karoli (CAN) für „Bit/s“ Maxi Single

1982: documenta 7: teilnehmend mit „bit/s“

1987: documenta 8: teilnehmend mit S.Y.P.H.

1987: Ton+Musikaufnahmen für „No Frank in Lumberton“ (Doku-Film über die Dreharbeiten zu „Blue Velvet“) von Peter Braatz

1990: Ton+Musikaufnahmen für „DDR-ohne Titel“ von Peter Braatz

1993: Ton+Musikaufnahmen für „Auf dem Weg zurück“ von Maja Weiss

seit 1998: Musiker+Komponist für, bei und mit ARTCORE…u.a. „Sid+Nancy“ von Ben Becker…

2001-2006: Produzent+Bassist für S.Y.P.H.  CD „-1“

seit 2008: Bassist+Produzent für und bei „UWE X.“

2009: Produzent+Bassist für CD „NORMENKULT“ von „UWE X.“

2010: Produzent+Bassist für CD „Tanzen auf Scherben“ von „UWE X.“

2011-2012: Produzent+Bassist für CD „Hinter meinem Rücken“ von „UWE X.“

 Textzusammenstellung Andreas Schäfer