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MAGNUM. Große Radrennen im Visier berühmter Magnum-Fotografen

Das Buch ist toll. In erstklassigen Aufnahmen halten 15 MAGNUM-Fotografen die expressivsten Momente der Radsportereignisse ihrer Zeit fest. Begleitet werden diese Fotografien von sachkundigen und anekdotischen Texten von Guy Andrews. Guy Andrews ist Gründer und ehemaliger Herausgeber des britischen Magazins Rouleur. In diesem Buch finden wir Fotos von Christopher Anderson, René Burri, Robert Capa, Henri Cartier-Bresson,  Martine Franck, Stuart Franklin, Leonard Freed, Harry Gruyaert, Thomas Hoepker, Richard Kalvar, Mark Power, Guy le Querrec, David Seymour, Chris Steele-Perkins, John Vink. Aber es ist ingesamt mehr. Wir können nicht nur die Tour de France von den Anfängen bis zur Gegenwart erleben, zugleich gehen wir mit den Fotografen auf ihre jeweils persönliche Foto-Tour und sehen, wie ihre Art zu fotografieren ist. Fotoreportagen bei der Tour de France von Magnum-Fotografen, die auf ihre eigene Art das Geschehen sahen und für sie interessante Momente festhalten. Wo gibt es so etwas noch? Die Reportage von Harry Gruyaert ist völlig anders als die von John Vink und Henri Cartier-Bresson blickt auf andere Themen als die Vorgenannten. Es ist dadurch ein Studienbuch zur …

Exodus – Leben auf der Flucht – Fotos von Sebastiao Salgado

„Migranten ist ein zugleich aufwühlendes und aufrührerisches Buch, weil es zu Urteilen zwingt und dem westlichen Betrachter nicht den gemütlichen Schauer erlaubt, das sei alles weit weg und habe mit seinem Leben nichts zu tun.“ – Deutschlandfunk Sebastião Salgados groß angelegte Bilddokumentation Exodus ist mittlerweile ein Klassiker zum Thema Migration und Vertreibung. Mehr als sechs Jahre investierte er in den 1990ern, um auf der ganzen Welt Menschen zu porträtieren, die durch Krieg, Völkermord, Unterdrückung, Elend und Hunger gezwungen waren, ihre Heimat aufzugeben und sich auf eine Reise mit ungewissem Ausgang zu begeben. In Südamerika, auf dem Balkan, in den Slums der Megacitys Asiens, im Nahen Osten und im Herzen Afrikas traf er Menschen, die zu einem Leben verurteilt waren, das sich der kleine glückliche Teil der Menschheit, der in Wohlstand und Frieden lebt, kaum auszumalen vermag. Weit mehr als ein Jahrzehnt ist vergangen, seit Exodus erstmals veröffentlicht wurde. Zu den größtenteils immer noch virulenten Krisenherden der 1990er sind neue hinzugetreten, zu den Millionen von heimatlosen und unbehausten Menschen von damals weitere Millionen hinzugekommen. Im Balanceakt …

Deutschland deine Götter

Buchtipp von Literaturtest: „Willkommen im Land der Götter! Gideon Böss durchstreift die bunte Glaubensrepublik Deutschland und fördert Informatives und Überraschendes zutage Deutschland sei längst ein Einwanderungsland, sagt Gideon Böss. „Zumindest was seine Götter betrifft.“ Der Schriftsteller und „Welt“Kolumnist hat sich aufgemacht, die alteingesessenen, zugezogenen und neuen Religionen und Glaubensgemeinschaften hierzulande besser kennenzulernen. Mit seinem Buch „Deutschland, deine Götter: Eine Reise zu Kirchen, Tempeln, Hexenhäusern“, das nun bei Tropen erschienen ist, legt Böss einen Erlösungsreiseführer der etwas anderen Art vor. Darin sucht er nicht nur alte Religionen wie den Katholizismus, den Islam oder das Judentum auf, um sie unter dem Mikroskop der Sinnsuche zu begutachten, sondern er betrachtet auch eher exotische Glaubensausrichtungen – so etwa die OshoBewegung. Mit dem Blick des neugierigen, interessierten und unterhaltsamen Reporters durchstreift der Atheist das Land, um herauszufinden, warum Menschen glauben, wie sie glauben und ob für ihn persönlich nicht doch eine passende Religion existiert. Böss schreibt: „Zwischen der Nordsee und den Alpen haben wir jedenfalls alles, was das monotheistische, das polytheistische und jedes andere sinnsuchende Herz begehrt. Und weil ich …

Heidelberg schwarz auf weiß

Urbane Poesie zwischen Bildern und Worten soll dieses Buch sein. Und es gelingt. Ein kleines Buch schafft es, eine Stimmung beim Blättern und beim Lesen zu erzeugen, die Melancholie und Weltschmerz mit Da-sein zwischen Geschicht und Gegenwart verbindet. Die Gedanken zu und aus Heidelberg von Jean Paul, Robert Schumann, Walter Benjamin und anderen schlagen die Brücke zwischen heute und gestern und vermitteln diese Poesie zu den Fotos: Eine Stadt, in der Menschen kommen und gehen aber die Strukturen bleiben bestehen. So ist hier ein kleines Buch gemacht worden, das echt eine Stimmung erzeugt – zumindest bei mir. Alle Fotografien sind monochrom schwarzweiß. Sie ermöglichen dadurch einen Abstand des Blicks, weil Farbe erst im Kopf umgesetzt werden muß. Sehr bezeichnend dafür ist die Brücke im Sonnenlicht (auf Seite 7). Sie zeigt eben nicht nur die Struktur sondern weil die Sonne die Flächen dominiert und zugleich keine Farbe zu sehen ist, blickt man automatisch mehrfach hin und erlebt die Wärme irgendwann über das Denken im Kopf. So entstehen Bilder im Kopf. Und weil dieses Foto eben nicht …

Ihr perfekter Auftritt von Waltraud Böhme

Ein schön gemachtes Buch wartet darauf, Ihnen bei ihrem Auftritt in der Öffentlichkeit hilfreich zur Seite zu stehen. Sehr übersichtlich gestaltet wirkt dieses Buch nicht nur durchdacht sondern hilft sehr schnell bei der Orientierung. Farben, Stil. Dresscode, Verhalten sind die Themen, die das Soziale im Miteinander ausmachen. Alles wirkt und wie man/frau es bewußt einsetzen kann wird hier erläutert. Das Buch ist doppelt gut, weil es sich nicht nur auf den Alltag bezieht sondern Orientierung bis ganz oben bietet. Wer trägt heute noch Smoking? Mehr als man denkt. Aber wann trägt man Smoking? „Beispiele für typische Smoking-Anlässe: Abendveranstaltungen ohne Frackzwang (z.B. Frankfurter Opernfestspiele) Bälle ohne Frackzwang (z.B. der Berliner Presseball)“ So leitet uns die Autorin Frau Böhme bis zu den höchsten Stufen im sozialen Leben von Deutschland. Und sie schreibt Regeln auf, die immer gelten: „Tragen Sie nur Kleidung, die Ihnen ein gutes Gefühl gibt“, ist so eine Regel. Und die gilt eigentlich immer. Wir alle erleben mit Sicherheit Momente, in denen wir mit unserem Aussehen unzufrieden sind. Möchten wir Image und Outfit verändern, sollten …

Liebenswertes Limburg – Glücksplätze

Glücksplätze sorgen für Momente des Glücks. Und so hat der Autor Rolf Minderjahn ein wunderbares Buch geschrieben. Es ist ein Buch voller informativer Fotos und sehr vielen guten und interessanten Informationen. Wer von Deutschland aus Richtung Aachen fährt, der findet in diesem Buch den Schlüssel für einen Kurzurlaub, der ihm echte Momente des “Glücks” vermitteln kann. “Ganz nah an Deutschland grenzt eine oft noch unbekannte Region – Limburg.” Das stimmt tatsächlich. Ich kannte Limburg nicht und als ich dieses Buch in Händen hielt war ich zunächst skeptisch. Doch die Skepsis verflog schnell. Nach einer kurzen Einleitung gibt es zunächst eine Karte. So sieht man auf einen Blick, wo Limburg in Belgien und den Niederlanden liegt. Dann folgen Geschichten über Orte und Regionen. “Die wundersame Verwandlung von Wasser in Genever” lautet beispielhaft die Überschrift für den Ort Hasselt am Helbeek. Und dann erfahren wir etwas über das Genevermuseum und das Geneverfest im Oktober. Von dort geht es dann ins “schmucke Sint Truiden” mit dem Beginenhof, der Weltkulturerbe und zweitgrößter Marktplatz Belgiens ist. Wußten Sie, dass der …

Bergisches Land – Der optimale Wegweiser für Kurzurlauber und Heimatverliebte

“Dieses Buch gehört zu einer neuen Freizeitreihe des Droste Verlags. Hier wird der perfekte Urlaubstag als Rundum-Sorglos-Paket angeboten.” So schrieb der Droste-Verlag. Und ich fand ein kleines Buch von Gisela Schmoeckel und Holger Klaes (Fotos), das seinesgleichen sucht. Ehrlich gesagt kann ich mir keine Webseite vorstellen, die ebenso umfangreich und übersichtlich so viele Infos zur Verfügung stellt. Dieser schmale, handliche Reiseführer ist eine Quelle aktueller, historischer und entdeckender Infos. Und es stimmt: damit kann man aus einem Tag einen Kurzurlaub machen, mit Hintergrund und Zusatzwissen. So empfehlen Frau Schmoeckel und Herr Klaes zum Beispiel den Wuppertaler Zoo, der wirklich zu den schönsten Tierparks gehört, weil er in einer Kulturlandschaft mit über 100 Jahre alten Bäumen liegt, so dass Natur im Sinne von Pflanzen und Tieren hier eine besondere Gemeinschaft eingehen. Doch dabei bleiben sie nicht stehen. Sie zeigen, dass man mit der Schwebebahn innerhalb von 15 Minuten vom Natur- zum Kulturgenuss gelangen kann und sie geben sogar noch Tipps für Essen und Trinken. Man sollte aber genau lesen. Denn sie unterscheiden schon zwischen Empfehlungen und …

Meisterinnen des Lichts von Boris Friedewald

Frauen hinter der Kamera sind meist doppelt unsichtbar: Zum einen stehen stets ihre Motive im Fokus, zum anderen verdeckt der lange Schatten ihrer dominanten männlichen Kollegen oft die Größe ihres Werkes. Und doch ist die Geschichte der Fotografie auch eine Geschichte der Fotografinnen. Frauen eroberten sich dieses künstlerische Feld von Anfang an und trugen Wesentliches zu seiner Entwicklung bei. Der weibliche Blick auf die Welt ist ein anderer als der männliche – diese vermeintliche Binsenweisheit belegen die in diesem Band vereinten Fotografinnen mit ihren Arbeiten auf vielfältige, berührende und faszinierende Weise. 55 Fotografinnen aus zwei Jahrhunderten und von fünf Kontinenten werden porträtiert, darunter so berühmte Namen wie Eve Arnold, Claude Cahun, Cindy Sherman oder Herlinde Koelbl, aber auch bislang weniger bekannte Künstlerinnen wie Zanele Muholi aus Südafrika oder Shirana Shahbazi aus Teheran. Jede Fotografin wird mit einem kenntnisreichen und zugleich leicht lesbaren Text zu ihrem Leben und Werk sowie zwei bis vier repräsentativen Abbildungen ihres Schaffens vorgestellt – eine Weltgeschichte der Fotografie aus weiblicher Sicht. Es ist im Prestel-Verlag erschienen.  

Heinrich Zilles Berlin. Sein Milljöh in Zeichnungen und zeitgenössischen Fotografien von Rolf Fischer

Heinrich Zille und sein Milljöh – ein faszinierendes Zwiegespräch zwischen Kunst und Kamera Verblüffende Gegenüberstellungen von Zille-Zeichnungen und zeitgenössischen Fotografien, die sich gegenseitig ergänzen und erläutern Außergewöhnliche Bilddokumente vom „Arme-Leute-Berlin“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts Mit einer sachkundigen Einleitung und aufschlussreichen Begleittexten zu jedem Bildpaar Heinrich Zille hinterließ ein Werk, das in seiner Art in Deutschland einzigartig ist. Es porträtiert das Leben in den Berliner Hinterhöfen des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts in vielen Facetten und macht von den Mietskasernen der Arbeiterviertel bis zu den Badeseen des Umlands die Topografie der alten Reichshauptstadt sichtbar. In diesem Buch werden den Zeichnungen Zilles zeitgenössische Fotografien gegenübergestellt, in denen sich die Themen des „Raffaels der Hinterhöfe“ und die Berliner Schauplätze spiegeln. Kunstwerk und fotografisches Dokument treten auf diese Weise in einen reizvollen Dialog, der das Authentische der künstlerischen Darstellung befragt und die Fotografien mit sozialem Hintergrund ausfüttert. gebunden, ca. 120 farb. und s/w Abb. 128 Seiten, Format 21 x 26 cm ISBN 978-3-86941-126-2 12,99 Euro