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Ihr perfekter Auftritt von Waltraud Böhme

Ein schön gemachtes Buch wartet darauf, Ihnen bei ihrem Auftritt in der Öffentlichkeit hilfreich zur Seite zu stehen. Sehr übersichtlich gestaltet wirkt dieses Buch nicht nur durchdacht sondern hilft sehr schnell bei der Orientierung. Farben, Stil. Dresscode, Verhalten sind die Themen, die das Soziale im Miteinander ausmachen. Alles wirkt und wie man/frau es bewußt einsetzen kann wird hier erläutert. Das Buch ist doppelt gut, weil es sich nicht nur auf den Alltag bezieht sondern Orientierung bis ganz oben bietet. Wer trägt heute noch Smoking? Mehr als man denkt. Aber wann trägt man Smoking? „Beispiele für typische Smoking-Anlässe: Abendveranstaltungen ohne Frackzwang (z.B. Frankfurter Opernfestspiele) Bälle ohne Frackzwang (z.B. der Berliner Presseball)“ So leitet uns die Autorin Frau Böhme bis zu den höchsten Stufen im sozialen Leben von Deutschland. Und sie schreibt Regeln auf, die immer gelten: „Tragen Sie nur Kleidung, die Ihnen ein gutes Gefühl gibt“, ist so eine Regel. Und die gilt eigentlich immer. Wir alle erleben mit Sicherheit Momente, in denen wir mit unserem Aussehen unzufrieden sind. Möchten wir Image und Outfit verändern, sollten …

Der blaue Reiter ist gefallen – 100 Jahre Krieg und kein Ende

Das XX. Else-Lasker-Schüler Forum in Solingen und Wuppertal kann auch von Remscheidern besucht werden. Es ist mit seinen Veranstaltungen umbedingt empfehlenswert. Über Ernst Friedrich und die Medien im Krieg sprach zur Eröffnung Professor Jörg Becker aus Solingen. Zugleich wurde durch Dr. Calleen die Fotoausstellung der Kriegs- und Krisenfotografin Ursula Meissner eröffnet. Nun finden einige Wochen sehr viele Veranstaltungen statt, die alle unbedingt empfehlenswert sind. Die kombinierte Fotoausstellung von Ursula Meissner und die direkt daneben stattfindende Ausstellung über Ernst Friedrich von Prof. Jörg Becker sind sicherlich aus dokumentarfotografischer Sicht ein europäisches Highlight 2014. Der Grund für meine Einschätzung ist ganz einfach. Hier wird erstklassige Dokumentarfotografie ausgestellt, eingeordnet und in  einen historischen Bogen gespannt, der paßt. Seriösität, menschliche Anteilnahme und historische Forschung kommen hier zusammen. Und die Ausstellung ist ein Spiegel der Gegenwart und unserer Probleme – manches davon ist uns sogar noch gegenwärtig.

copyright Andreas Schäfer

IchundIch

Copyright Foto und Texte: Andreas Schäfer Samstag, 29. März 2014, 19.30 Uhr Gymnasium Vogelsang, Vogelsang 33, Solingen Montag, 31. März 2014, 19.30 Uhr Gesamtschule Else Lasker-Schüler, Oberstraße 30, Wuppertal   ICHUNDICH ICH UND ICH ist das literarische Vermächtnis der Dichterin Else-Lasker-Schüler und die große Abrechnung mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. In ihrem Exilstück, dessen Ästhetik mittlerweile als bahnbrechend gilt, wird in der „Althölle“ Gericht gehalten. Die Besetzung der Anklagebank ist ebenso berüchtigt wie namhaft. Vor dem Gericht der Menschheit, u.a. repräsentiert durch den Regisseur Max Reinhardt, den alttestamentarischen Königen, sowie der Dichterin selbst, steht die Spitze der nationalsozialistischen Regierung und der Teufel höchstpersönlich. Nazitruppen marschieren auf, die in der Folge auch noch die Hölle erobern wollen. In einer poetisch-infernalischen Revue greift Else Lasker-Schüler den Faust-Stoff und das Motiv der Ich-Spaltung auf und nimmt die Zuschauer mit auf einen schwindelerregenden Höllen-Trip. Die Inszenierung verknüpft den Theatertext von Else Lasker-Schüler mit dem NSU-Prozess. Die Abrechnung mit Hitler und seinen Schergen trifft auf Beate Zschäpe, getanzt von Chrystel Guillebeaud. Die „gute Nachbarin“ entlarvt sich in der …

Das fotografische Highlight des Jahres? Fotoausstellung im Kunstmuseum Solingen von Ursula Meissner – Die Natur des Bösen – Menschen hinter den Kriegen

Ursula Meissner ist wahrscheinlich die einzige Kriegsfotografin, die Fotos macht, die nicht wegen des Schreckens zum Verweilen einladen sondern wegen ihrer starken Botschaften, die die Menschen und ihren Umgang mit dem Schrecken zeigen. Sie hat eine eigene authentische Art zu fotografieren, weil sie hinschaut und dabei so fotografiert, daß ohne Worte verstanden wird, was sie meint. Und ihre Fotos sind einfach gut anzuschauen. Sie hat Hingucker. Es ist etwas Besonderes, sich diese Ausstellung von ihr anzuschauen, weil sie versucht, uns den Schrecken nahezubringen ohne uns zu verschrecken. Dr. Calleen als Kurator der Ausstellung hat darauf hingewiesen, daß die Natur des Bösen in der Ausstellung und in den Fotos die Chance der Überwindung bietet im Sinne von Kant, der das Gute als Option sah und im Gegensatz zu Hanna Arendt, die die Banalität des Bösen für unüberwindbar hielt. Ohne dies abschließend beantworten zu können bietet diese Ausstellung die seltene Gelegenheit, dies beim Anblick der Fotos mit sich selbst und anderen zu diskutieren. Solingen hat ab dem 27. März 2014 ein echtes Highlight der Dokumentarfotografie und Kriegsfotografie …